In den letzten Monaten habe ich iFixit auf vielen Events vorgestellt. Ich erspare euch jetzt die ganzen Daten und Orte sowie die Namen der vielen Menschen, die ich kennengelernt habe (ich bin leider eh furchtbar schlecht mit Namen). Ich erinnere mich auch nicht mehr an jedes Detail aus den vielen Vorträgen, die ich besucht habe. Was bei mir vor allem hängen geblieben ist, sind die Geschichten, die mir die Leute erzählt haben. Die seltsamen Fragen. Und die Dinge, die Leute „für alle Fälle“ in ihrem Rucksack mitschleppen.
Auf dem Easterhegg kam jemand mit seinem Pro Tech Toolkit von 2017 zu mir. Offensichtlich noch immer voll im Einsatz und auf Reisen – aber über die Jahre nach und nach verändert: Der Bit Driver wurde durch einen elektrischen Schraubendrehergriff ersetzt. Der Aufbau wurde angepasst. Im Schaumstoff wurde Platz für den neuen Griff ausgeschnitten. Die Felder des eingebauten Schraubenrasters im Deckel des Mako-Kits waren nummeriert worden, und die Rolle war um ein paar persönliche Essentials ergänzt worden – eine Schere, einen Bleistift. Das war kein beliebiges Werkzeugset mehr, sondern ein persönlicher Begleiter. Ein lebendiges Ding, das mit seinem Besitzer gewachsen ist.





Diesen Frühling haben wir etwas Neues ausprobiert
Auf der Maker Faire Heilbronn, dem Salon Primevère in Lyon und dem Easterhegg in Koblenz lief vieles wie immer: Werkzeuge raus, Setup aufbauen, Gespräche entstehen lassen. Aber bei einigen Events haben wir ein kleines Experiment gestartet: Wir haben kostenlose Jimmys verteilt – aber nicht einfach als Giveaway, sondern im Tausch gegen ein Versprechen. Wer einen mitnimmt, bringt auch etwas zurück in unsere Community: eine Anleitung, einen Tipp, oder die eigene Reparaturgeschichte.
Das brachte viele zum Nachdenken: Was kann ich eigentlich?
Was weiß ich? Was könnte ich teilen? Manche hatten sofort eine Geschichte parat. Andere mussten erst einen Moment nachdenken. Interessant dabei: Nicht alle sehen sich spontan als jemanden, der etwas Wissenswertes beizutragen hat.
Im Gespräch stellte sich dann aber meistens heraus, dass es da doch Einiges gibt: Vielleicht hast du noch nie dein Smartphone geöffnet, aber dafür die Warnleuchten deines Ford Focus zum Schweigen gebracht. Oder du hast einen wertvollen Tipp für alle Häuslebauer.
Das ist es, was iFixit zu etwas Besonderem macht, auch für mich und selbst noch nach so vielen Jahren: Wir sind mehr als ein Werkzeughändler. Wir sind eine Gemeinschaft. Und alle sind jederzeit herzlich eingeladen, Teil davon zu werden.

Jimmy
Mit diesem praktischen Helfer im Hosentaschenformat bekommst du fast jedes elektronische Gerät mühelos auf. Ob du dafür schieben, schneiden oder hebeln musst, ist ganz egal, unser Jimmy kann es.
Verzichte also lieber auf abgebrochene Fingernägel, zerstörte Displays und gerissene Kabel und investiere in ein universales Öffnungswerkzeug, das dich so schnell nicht im Stich lässt.
FixHub fasziniert
Natürlich geht es bei unseren Events auch darum, unsere Neuentwicklungen zu zeigen: Und FixHub kam richtig gut an. Alle, die unser neues Lötwerkzeug gesehen haben, selbst in die Hand genommen und von allen Seiten betrachtet haben, waren begeistert. Man konnte regelrecht sehen, wie der Groschen fiel: Da hat jemand wirklich mitgedacht.
Wenn Werkzeuge von Menschen gebaut werden, die sie selbst benutzen, brauchen sie keine große Verkaufsstrategie. Die Details sprechen für sich: Der Lötkolben liegt gut in der Hand. Der Griff fühlt sich an, als würde man einen Stift halten. Das Kabel ist hochwertig und es ist gleich klar, dass es nicht schmilzt, wenn man versehentlich mit der heißen Spitze drankommt. Der eigentliche Aha-Moment kommt aber beim Ausprobieren. Da merkt man: Das ist kein Produkt von der Stange. Das haben Leute entwickelt, die das selber benutzen wollen.

FixHub Lötwerkzeugsatz
Das Werkezeugset enthält alles, was du zum Löten brauchst – egal ob zu Hause oder unterwegs. Alles ist ordentlich und sicher in einer robusten Werkzeugrolle verstaut. Es eignet sich sowohl für Profis als auch fürs Hobby: Hochwertige Werkzeuge sorgen für präzises Arbeiten und machen den Einstieg ins Löten so einfach wie möglich.
Workshops: Dieser Moment „Ich kann das ja!“
Wer viel lötet, versteht den Mehrwert von FixHub sofort. Aber wir haben den Lötkolben so entwickelt, dass er auch für Einsteiger ideal ist. Für Menschen, die sich bisher noch nicht ans Löten rangetraut haben.
Bei den Workshops durften wir oft diesen magischen Moment erleben: Am Anfang waren viele noch unsicher, und es braucht etwas Zuspruch von den Leitern des Workshops. Gerade beim Mikrolöten kann man erst gar nicht glauben, dass diese winzigen Bauteile später wirklich alle funktionieren werden. Aber im Tun springt dann der Funken über.
Nichts ist aufregender als das Gesicht von jemandem, der gerade merkt: „Warte mal, ich kann das ja echt, ich kriege das hin!“
Bei der europäischen Premiere des iFixit Flashlight Soldering Kits im Atelier des Makers in Aubigny-sur-Nère saßen 50 Leute am Tisch. Gemeinsam haben sie jeden einzelnen Schritt durchgearbeitet und am Ende sind alle mit einer selbst gelöteten Taschenlampe nach Hause gegangen.

Kinderbetreuung – Echt jetzt?
FixHub macht Löten fast zu einfach. So einfach, dass unser Workshop-Bereich irgendwann verdächtig nach Kinderbetreuung aussah.
Eltern kamen, scannten den Tisch, schauten die Werkzeuge an, schauten uns an – und man konnte förmlich ihre Gedanken lesen: „Sieht pädagogisch wertvoll aus.“ Und auf einmal sind sie weg.
Versteht mich nicht falsch: Kinder fürs Reparieren zu begeistern ist der Traum. Aber es gibt einen Unterschied zwischen Neugier wecken und auf einmal eine Kinderbetreuung betreiben zu müssen, vor allem mit einem Tisch voller Lötkolben, die 420 °C heiß sind.
Was wir wirklich wollen: dass Eltern die Freude am Löten mit ihren Kindern teilen. Und zum Glück konnten wir auch das beobachten. Auf dem Easterhegg kam ein Vater jeden Tag mit seinen Töchtern – und blieb. Er setzte sich mit ihnen hin, hatte sogar seinen eigenen FixHub Werkzeugsatz dabei (ja, man kann nämlich auch gut zwei Lötkolben an einer Station anschließen;-)) und brachte ihnen selbst das Löten bei.
Das mit anzusehen hat sich einfach genau richtig angefühlt. Gemeinsam lernen und Wissen weitergeben. Ich hatte den Eindruck, dass dieses Konzept im Lauf der Zeit verloren gegangen ist, aber jetzt langsam wieder seinen Weg in die Zukunft findet.


Frühjahrsputz ist ein Tor zur Reparatur
Diesen Frühling haben wir Tausende Menschen getroffen. Viele waren neugierig, engagiert und wirklich interessiert. Aber aus Neugier wird nicht automatisch eine Handlung.
Und je nachdem, wo man ist, sieht diese Lücke sehr unterschiedlich aus. Auf Maker-Events oder in der Chaos-Community sind die Leute schon voll im Thema. Es fehlen vielleicht nur noch die passenden Werkzeuge oder ein Impuls in die richtige Richtung.
Auf der Fair Handeln war das anders: Dort geht es viel um Nachhaltigkeit, auch Kreislaufwirtschaft oder Müllvermeidung sind hier keine Fremdwörter. Dass Reparatur dabei eine wichtige Rolle spielt, können alle nachvollziehen, aber der Schritt vom Verständnis und der grundsätzlichen Unterstützung der Idee hin zum Selbermachen ist dann doch für viele zu groß.
Es fielen überraschend deutliche Sätze wie „Das ist nichts für mich“ oder „Wenden Sie sich damit lieber an meinen Mann.“ Nicht weil das Interesse fehlte, sondern weil ihnen irgendwann von der Gesellschaft oder von den Herstellern eingetrichtert worden war, dass sie da besser die Finger davon lassen sollten und sie das sowieso nicht können.
Also haben wir versucht, die Leute dort abzuholen, wo sie stehen. Mit einer ganz simplen Aktion zum Einstieg: Reinige dein Smartphone – Und es hat funktioniert!
Wer sein Handy reinigt, lernt dabei auch etwas über Reparatur: Lädt dein Handy manchmal schlecht? Ja, vielleicht ist der Ladeanschluss korrodiert und muss ausgetauscht werden. Aber vielleicht ist ja auch gar nichts kaputt, sondern es haben sich einfach so viel Staub und Fusseln im Ladeanschluss abgesetzt, dass das Kabel gar nicht mehr richtig an den Kontakten anliegt.
Reinigen ist Wartung. Und Wartung ist der erste Schritt zur Reparatur. Eine Erinnerung daran, dass man „kaputt“ nicht einfach hinnehmen muss. Fast alles, was kaputt ist, lässt sich reparieren.
Bald geht’s wieder auf Tour: nach Azay-le-Rideau, nach Lecco, nach Berlin. Neue Menschen, die wieder an ganz unterschiedlichen Ausgangspunkten stehen. Die Herausforderung wird dieselbe sein: Neugier in Selbstvertrauen verwandeln.
Und manchmal müssen wir dafür nicht einmal persönlich anwesend sein.
In diesem Frühjahr haben wir auch Workshops aus der Ferne unterstützt, von Sitzungen mit dem European Commodity Clearing bis hin zu Veranstaltungen in Portugal, wie der JEEC in Lissabon und der Repair Café Algarve Circular Economy Fair in Loulé. Wir haben mit Partnern wie Telecoop auf der Maker Faire Paris zusammengearbeitet und ihren mobilen Stand zum verantwortungsvollen digitalen Konsum mit Werkzeugen und ein bisschen Know-how ausgestattet.

Wenn du etwas Ähnliches vorhast, melde dich. Wir unterstützen dich gerne, leihen dir Werkzeuge oder helfen dir bei den ersten Schritten.
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