Ein Saugroboter ist deutlich komplexer als ein normaler Staubsauger. Mit der richtigen Pflege kann er dir trotzdem jahrelang gute Dienste leisten. Einfach in die Ecke stellen, ab und zu den Behälter leeren und ansonsten vergessen? Schön wär’s.
Du musst deinen kleinen Putzhelfer regelmäßig warten, Pads und Filter austauschen und deine Räume so vorbereiten, dass ihm nichts in die Quere kommt. Klingt nach Aufwand, ist aber halb so wild und kann die Lebensdauer deines neuen Haushaltshelfers deutlich verlängern.
Kauf keinen Schrott
Regel Nummer eins: Kauf keinen Schrott. Klar, vielleicht hast du Glück. Aber ein Saugroboter für 30 Euro aus der Wühltisch-Ecke im Supermarkt ist wahrscheinlich nicht für eine lange Lebensdauer gebaut und lässt sich mit Sicherheit nicht warten oder reparieren. Woran erkennst du bessere Modelle? Schau dir Tests von Seiten wie Stiftung Warentest an und kauf am besten nur Modelle, die nach mindestens einem Jahr noch zuverlässig laufen.
Außerdem solltest du dir bewusst sein: Selbst wenn die Hardware gut ist, kann das Gerät einfach nutzlos werden, wenn die zugehörige Software vom Netz geht. Das coole Startup, dessen Saugroboter eine geniale App mit 3D-Echtzeit-Ansicht für die VR-Brille bietet, klingt verlockend – aber wenn die Firma an Google verkauft wird oder ihr schlicht das Geld ausgeht, hast du schnell einen teuren Haufen Elektroschrott zuhause stehen. Selbst etablierte Marken können pleitegehen. Alles, was für den Betrieb dauerhaft eine Cloud-Verbindung braucht, ist ein Warnsignal.
Wichtig ist auch: Kauf ein möglichst reparierbares Modell. Du solltest zumindest problemlos einen neuen Akku einbauen und Filter sowie Dichtungen kaufen können. Prüf außerdem die Verfügbarkeit von Ersatzteilen wie Rollen, Rädern, Motoren und allem anderen, was kaputtgehen kann, einschließlich der Teile der Basisstation.

Mein normaler Staubsauger ist ein Miele, der in den USA am oberen Ende des Preissegments liegt. In Deutschland ist Miele einfach eine solide, bezahlbare Haushaltsmarke. Der Vorteil: Ersatzteile sind leicht zu bekommen, und ich habe schon defekte Zubehörteile ersetzt. Gut verfügbare und bezahlbare Ersatzteile machen den Unterschied zwischen jahrzehntelangem Einsatz und dem Totalausfall wegen eines einzigen kaputten Bauteils. iFixit führt jede Menge Ersatzteile für Saugroboter. Wenn wir das gesuchte Teil nicht haben, sind AliExpress und Amazon kurzfristig eine Option, aber eigentlich solltest du schauen, ob es einen offiziellen Anbieter gibt, bei dem du auch für ältere Modelle noch Ersatzteile bekommst.

Bürsten, Walzen und Batterien…
Wir haben Staubsaugerroboterteile für iRobot, Ecovacs, Dreame, eufy und mehr.
Regelmäßige Wartung
Damit dein Saugroboter lange lebt, musst du dich ein bisschen um ihn kümmern.
Verschleißteile wie Filter regelmäßig wechseln
Verstopfte Filter erschweren die Luftzufuhr und belasten die Motoren. Im besten Fall sinkt nur die Saugleistung. Du kannst die Lebensdauer der Filter verlängern, indem du sie reinigst, zum Beispiel mit einem kurzen Druckluftstoß. Manche Hersteller zeigen dir in der App an, wann es Zeit ist, die Verschleißteile auszutauschen, aber wenn nicht, setz dir einfach alle paar Monate eine Erinnerung.
Rollen regelmäßig reinigen, besonders wegen Haaren

Verstopfte Rollen nehmen keinen frischen Staub mehr auf, und Haare können sich darin verheddern und die Rollen teilweise oder ganz blockieren, was den Mechanismus beschädigen und den Motor belasten kann.
Sensoren sauber halten
Ein Saugroboter nutzt verschiedene Sensoren zur Orientierung und zur Erkennung unerwarteter Hindernisse: Infrarotsensoren zum „Sehen“, Stoßsensoren bei Kontakt mit Gegenständen, Sturzerkennungssensoren für Treppenabsätze, Schmutzerkennungssensoren, Kameras, Radsensoren und mehr.
Einige davon müssen sauber bleiben. Alles, was außen am Gerät liegt und mit Licht arbeitet, solltest du regelmäßig reinigen. Schau im Handbuch deines Modells nach, was konkret zu tun ist.
Wischrolle oder Wischpad überprüfen
Wischaufsätze gibt es in verschiedenen Ausführungen. Der einfache flache Wischmopp besteht im Wesentlichen aus einem feuchten Tuch, das an der Unterseite des Geräts befestigt ist. In diesem Fall besteht die Wartung darin, das Tuch sauber zu halten und zu überprüfen, ob es beschädigt ist. Selbst diese einfachen Modelle haben manchmal Funktionen wie die automatische Hebefunktion bei Teppichböden, also überprüfe, ob diese Mechanismen blockiert sind.

Doppelt rotierende Pads werden von Motoren angetrieben, prüfe also regelmäßig, ob sich dort Haare oder Fäden verfangen haben. Wenn eines dieser Pads an einem Arm ausfährt, um die Ecken besser reinigen zu können, ist das ein weiterer Motor und Mechanismus, auf den du achten solltest. Ein Vorteil dieser Modelle ist, dass die Docking-/Basisstation keine komplizierte Technik braucht, um die Pads auszuspülen. Sie liefert einfach Wasser, der Saugroboter schleudert die Pads durch die Drehungen.

Die andere Ausführung ist die Wischrolle. Sie sprüht kontinuierlich frisches Wasser auf die Rollen und spült Schmutzwasser ab – ein sehr effektives Reinigungssystem, aber auch ein komplexeres. Teppicherkennung mit automatischem Anheben ist hier oft vorhanden, aber Rollendesigns jeder Art sind besonders anfällig für verhedderte Haare.
Den Boden freiräumen

Ich ziehe meine Schwägerin gern wegen ihres Saugroboters auf, denn in der Zeit, die sie damit verbringt, Möbel zu rücken, Teppiche aufzurollen und Stühle wegzuräumen, hab ich meine Wohnung mit meinem normalen Staubsauger schon gesaugt. Diese Vorbereitungen klingen nach Aufwand (weil sie das auch sind). Aber sie sind unverzichtbar. Lass nichts herumliegen, das den Roboter beschädigen, blockieren oder verwickeln könnte. Klar, moderne Geräte haben KI-gestützte Hinderniserkennung und all das. Aber auf Nummer sicher gehen schadet nie.
Lass normale Saugroboter nicht über nasse Böden fahren
Wischroboter arbeiten mit Wasser. Staubsaugerroboter tun das nicht, also halte sie davon fern. Eine leicht feuchte Stelle ist vielleicht kein Drama, aber eine ganze Pfütze wird in das Innere des Geräts gespritzt und könnte es zerstören. Schließlich befindet sich im Inneren auch der Akku, und der verträgt sich nicht mit Wasser.

Im Allgemeinen gelten für einen Staubsaugerroboter die gleichen Ratschläge wie für jedes andere Gerät. Halte ihn sauber, vermeide Dinge, die ihn beschädigen könnten, und tausche alle Verbrauchsmaterialien (Filter, Wischmopps) aus, wenn sie voll oder verbraucht sind. Außerdem solltest du nicht reparaturfähige Modelle vermeiden und dich vor dem Kauf über die Verfügbarkeit und den Preis von Verbrauchsmaterialien und Ersatzteilen von Erst- und Drittanbietern informieren. Du willst schließlich nicht mit einem kaputten Gerät dastehen, nur weil ein neuer Akku unbezahlbar ist.
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