Wann hast du deine Waschmaschine zuletzt gereinigt? Noch nie? Klar, da laufen ja ständig Wasser und Waschmittel durch – die reinigt sich bestimmt von selbst. Oder? Tja. Und trotzdem stinkt sie. Die gute Nachricht: Du bekommst sie ziemlich leicht wieder frisch. Und ein paar einfache Tricks halten den Mief fern.
Wo kommt der Geruch her?
Das Innere deiner Waschmaschine ist feucht und dunkel und voller Ritzen, Falten und Hohlräume, in denen Wasser stehen bleibt. hat Ritzen und Falten, die feucht bleiben. Dazu kommen Rückstände von Waschmittel und Weichspüler. Perfekte Bedingungen für Bakterien, Schimmel und muffige Gerüche.

Um herauszufinden, woher der Geruch kommt, brauchst du kein Spezialwerkzeug. Nur deine Nase. Steck den Kopf in die Trommel und schnupper dich vorsichtig vor. Bei einem Toplader ist die Sache meist recht übersichtlich. Frontlader haben noch ein paar zusätzliche Ecken, in denen sich Schmutz und Schmodder verstecken können.
Beim Toplader prüfst du:
- Gibt es sichtbare Ablagerungen?
- Hat sich Schimmel oder Mehltau gebildet?
- Ist das Flusensieb sauber?
- Ist der Ablauf frei? Ein verstopfter Ablauf kann dafür sorgen, dass stinkendes Wasser in der Maschine stehen bleibt.
Beim Frontlader prüfst du zusätzlich auch noch:
- die Waschmittelschublade für Waschmittel und Weichspüler
- das Fach hinter der Schublade, inklusive der Kanäle dahinter
- die Gummidichtung rund um die Tür
Die Schublade lässt sich normalerweise über kleine Entriegelungen an den Seiten herausnehmen. Schau dir danach auch den Schacht dahinter an. Genau dort sammeln sich gerne Waschmittelreste, Feuchtigkeit und Schimmel.
Wenn du alle betroffenen Stellen gefunden hast: gründlich schrubben, mit Seife und/oder einer milden Bleichlösung. Danach lässt du die Maschine einmal leer mit einem heißen Waschprogramm laufen. Wenn die Türdichtung deines Frontladers richtig stark verschimmelt ist, musst du sie vielleicht austauschen. Versuch aber zuerst, sie gründlich zu reinigen. Wir haben eine Videoanleitung zum Austausch der Türdichtung, falls es doch so weit ist.
Schimmel gar nicht erst entstehen lassen
So weit muss es gar nicht erst kommen. Genau wie du deinen Geschirrspüler ab und zu gründlich reinigst – du reinigst deinen Geschirrspüler doch, oder? – braucht auch deine Waschmaschine ein bisschen Pflege. Und einige der wichtigsten Maßnahmen machen überhaupt keine zusätzliche Arbeit:
Lass die Tür zwischen den Waschgängen einen Spalt offen, damit Feuchtigkeit verdunsten kann, statt Bakterien und Pilzen ein neues Zuhause zu bieten. Das ist besonders wichtig, wenn deine Waschmaschine in einem feuchten Keller steht.

Wenn dein Frontlader eine Schublade für Waschmittel und Weichspüler hat, nimm sie nach jedem Waschgang heraus. Ich wohne in einem alten spanischen Haus, wo die Waschmaschine auf dem Balkon steht. Ich nehme die Schublade heraus, lasse sie in der Sonne trocknen und lege sie danach in die Trommel. So kann Luft durch das leere Schubladenfach und die Kanäle dahinter zirkulieren.
Versuche, die Tür immer immer einen Spalt offen zu lassen. Steht dein Frontlader in einer engen Ecke, dann mach einfach, was möglich ist. Wenn du die Tür komplett schließen musst, lass die Maschine vorher wenigstens eine Weile trocknen.

Wisch außerdem nach dem Ausräumen der Wäsche die Gummidichtung trocken. Geh dabei auch in die Falten. Dort findest du nicht nur Feuchtigkeit und Fussel, sondern gerne auch vergessene Taschenschätze: Münzen, Haarklammern, Taschentücher. Der ganze Waschmaschinen-Schatz.
Noch eine Überlegung wäre, Flüssigwaschmittel oder Pulver direkt in die Trommel zu geben, statt in die Schublade. Das geht bei Frontladern und so entstehen weniger Rückstände, was dann auch weniger Reinigungsaufwand bedeutet. Das funktioniert am besten, wenn du keine Vorwäsche verwendest. Denn bei einer Vorwäsche wird das Waschmittel in mehreren Schritten aus der Schublade eingespült. Wenn du nicht sicher bist, ob dein normales Programm eine Vorwäsche hat, lass die Schublade beim Start offen und schau kurz zu: Wird das Waschmittel direkt am Anfang komplett eingespült? Oder in mehreren Etappen?
Weg mit dem Weichspüler
Vielleicht ist jetzt auch der Moment gekommen, dich ganz vom Weichspüler zu verabschieden.
Weichspüler legen sich wie eine chemische Schicht um die Fasern. Dadurch fühlt sich Kleidung weicher an. Aber dieser Effekt hat Nebenwirkungen: Rückstände können sich in der Maschine ablagern, die Saugfähigkeit von Sportkleidung oder Handtüchern verschlechtern und Schimmelbildung begünstigen.
Eine Alternative sind Trocknerbälle aus Wolle oder – je nach Wasserhärte – ein sinnvoll dosierter Wasserenthärter.
Aber ganz ehrlich, mein heißer Tipp: Was ist so schlimm daran, wenn Kleidung etwas fester aus der Maschine kommt? Gerade bei frisch gewaschenen Jeans gehört dieses Knackige doch irgendwie dazu. Und sobald du die Sachen trägst, fühlen sie sich sowieso wieder weich an. Wenn du dich einmal an ein Leben ohne Weichspüler gewöhnt hast, hast du einen Schritt weniger beim Waschen, einen Posten weniger auf dem Einkaufszettel und weniger Nährboden für Bakterien. Win-win-win.

Vielleicht hast du es schon gemerkt: Frontlader sind etwas anspruchsvoller. Sie verbrauchen wenig Wasser und Strom, erhitzen ihr Wasser selbst und setzen auf längere Waschprogramme statt auf viel Wasser und einen Paddelmechanismus, der die Wäsche durch die Lauge schubst. Außerdem sind sie kleiner und passen unter eine Arbeitsplatte. Das alles führt dazu, dass sie im Inneren komplexer sind und es mehr Stellen gibt, an denen Feuchtigkeit hängen bleiben kann.
Aber wie wir gesehen haben, ist es trotzdem gar nicht schwer, deine Waschmaschine sauber zu halten. Und falls du einen riesigen Toplader im Keller stehen hast, hast du sowieso keine Ausrede: Bei so einer Maschine ist Sauberhalten so einfach, dass du wirklich keinen Grund zum Aufschieben hast.
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