Megalodon – unser Traumwerkzeug fürs Zuhause
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Megalodon – unser Traumwerkzeug fürs Zuhause

Wir entwickeln Reparaturwerkzeuge. Klar also, dass wir bei Problemen zu Hause zuerst zu unseren eigenen Kits greifen. Trotzdem gab es da immer wieder diese eine Lücke.

Du kennst das bestimmt: Du willst Haare aus dem Staubsauger entfernen, aber die Schraube sitzt gefühlt einen halben Meter tief im Gehäuse. Du tauschst einen Lichtschalter aus und die Klemmschrauben sitzen bombenfest. Oder dein launischer Kaffeevollautomat verlangt mal wieder nach Aufmerksamkeit – und plötzlich brauchst du deutlich mehr Reichweite und Drehmoment als dein normales Präzisionswerkzeug hergibt. Bei solchen Reparaturen landeten wir ständig irgendwo zwischen unseren Präzisionskits und dem Akkuschrauber aus der Garage.

Starke Schraubendreher-Kits hatten wir natürlich schon längst. Das Mako Precision Bit Set deckt fast alles ab, was dir bei Elektronik begegnet. Mit dem Mahi Precision Bit Set packst du dann auch die großen Schrauben, die viel aushalten müssen, zum Beispiel an Möbeln, Haushaltsgeräten, oder sogar am Auto. Und jetzt kommt das fehlende Bindeglied: Das Megalodon Driver Kit. Mehr Reichweite. Mehr Kontrolle. Mehr Drehmoment. Und das alles in einem Format, das problemlos in die Küchenschublade passt, du brauchst also keine extra Werkbank. Produktentwicklungsleiter Brett Hartt beschreibt den Einsatzzweck ziemlich treffend: „Dinge, denen man zuhause eben begegnet.“ Genau dafür haben wir das Megalodon entwickelt.

Das Kit enthält 16 extralange Bits, einen Schraubendrehergriff mit arretierbarer Drehkappe, verstaut in einer kompakten Kassette mit Magnetverschluss, die robust genug für den Alltag ist und trotzdem angenehm wenig Platz wegnimmt.

Megalodon Driver Kit mit extralangen Bits, angeordnet in Schreibtisch-Organizern vor blauem Hintergrund.

iFixit kommt nach Hause

Elektrogeräte reparieren wir schon seit Jahren. Jetzt bringen wir den Reparaturgedanken ins ganze Haus. Die wenigsten Menschen laufen mit einem riesigen Werkzeugkasten durch die Gegend, und ehrlich gesagt hätten die meisten dafür auch gar keinen Platz. Was man wirklich braucht, ist ein Werkzeugset, auf das man sich verlassen kann. Egal ob die Spülmaschine klappert, der Staubsauger zerlegt werden muss oder plötzlich wieder dieses ominöse Surren aus dem Auto kommt.

Genau das ist das Einsatzgebiet des Megalodon: Klein genug für Rucksack oder Handschuhfach. Stark genug, um dort dauerhaft seinen Platz zu verdienen.

Das Megalodon ist für alle, die endlich etwas Besseres wollen als den verbogenen Schraubendreher, der seit zwanzig Jahren unten in der Küchenschublade herumfliegt und langsam auseinanderfällt.

Warum kein Ratschenmechanismus?

Ein Schraubendreher mit Ratsche stand bei iFixit schon lange auf der Wunschliste. Doch je mehr wir darüber gesprochen haben, desto klarer wurde uns: Eigentlich mögen wir Ratschenschraubendreher gar nicht besonders.

Der Grund? Zusätzliche Reibung, und zwar im nervigen Sinn. Ratschen machen Schraubendreher klobiger, bringen mehr bewegliche Teile ins Spiel und sorgen oft für kleine Unterbrechungen im Arbeitsfluss.

Schema, das den Zwei-Wege-Griff des Megalodon (Drehen und Drücken) mit einem klassischen Ratschenschraubendreher vergleicht, der nach links oder rechts umgeschaltet werden muss.

„Ratschen stehen gefühlt immer auf der falschen Seite“, sagt Brett. „Du setzt an, drehst los – und statt die Schraube zu bewegen, hörst du nur klick-klick-klick.“

Drücken für Kraft, drehen für Tempo

Dieser Gedanke führte uns zur arretierbaren Drehkappe. Wenn du schnell arbeiten willst, dreht der Schraubendreher frei mit. Sobald du richtig Druck auf die Schraube geben musst, drückst du die Kappe nach unten und hältst sie gedrückt: so arretiert der Griff. Die Bewegung fühlt sich sofort natürlich an. Mal funktioniert der Griff wie ein Schwenkkopf-Schraubendreher, mal wie ein klassischer Schraubendreher. Ganz ohne Hebel, Umschalten oder Nachdenken.

Explosionszeichnung des Push-to-Lock-Mechanismus des Megalodon mit Wellenclip, Innengehäuse, Kupplungsringen, Schnelllösefeder und Kappe.

Der leitende Produktentwickler Andrew Goldheart erzählt, dass das Team zunächst „eine Menge glatter Profile“ für die Kupplungsringe getestet hat, mit unterschiedlichsten Materialien und Härtegraden. Bretts Ziel waren „unendlich viele Arretierungspunkte“, damit sich die Kappe in praktisch jeder Position herunterdrücken lässt. Genau das schaffen klassische Ratschenmechanismen nicht. Ihre feststehenden Zähne greifen entweder sauber ineinander oder eben nicht. Dann klackert es, die Zähne rutschen übereinander oder blockieren kurz. Brett demonstrierte uns einen dieser Schraubendreher und beschrieb seinen Eindruck: „Wie auf eine Gabel beißen“.

Die entscheidende Frage war also: Wie bekommen wir mehr Kontrolle und Kraft auf die Schraube, ohne dieses harte Einrasten und Rattern klassischer Ratschen? Und genau dort begann die eigentliche Entwicklungsarbeit. „Das kann man nicht mal eben mit einem 3D-Druck-Prototyp testen“, sagte Andrew. „Damit das wirklich funktioniert, muss das Teil im echten Spritzgusswerkzeug gefertigt werden, mit den tatsächlichen Materialien, Oberflächen und Toleranzen. Und das ist teuer und dauert.“ Die erste glatte Version funktionierte zwar grundsätzlich, traf aber noch nicht ganz das gewünschte Gefühl. Also überarbeitete das Team das Werkzeug erneut und ergänzte winzige Nocken auf den Kupplungsringen. Dadurch richtet sich die Kupplung beim Eindrücken selbst aus und arretiert sauber, ohne dass die Drehkappe ständig klickt oder rattert.

Die meisten Menschen werden darin einfach nur eine blaue Kappe sehen. Für Brett, Andrew und den Rest des Teams stecken darin Monate voller Prototypen, Testreihen und winziger Anpassungen, bis sie den Punkt erreicht haben, an dem DU hoffentlich denkst: Ein Schraubendreher, der sich vom ersten Moment an richtig anfühlt.

Sechzehn Bits – mit Bedacht ausgewählt

Die Kassette des Megalodon hat dieselbe Größe und Form wie die des Mako, damit beide problemlos nebeneinander in derselben Schublade liegen können. Das bedeutet auch, dass persönliche Erweiterungen wie der Rahmen auf Printables für das Megalodon genauso geeignet sind.

Natürlich hätten wir dieses Kit auch mit Dutzenden beliebigen Bits vollpacken und das als Vorteil verkaufen können. Viele Werkzeughersteller machen genau das, denn große Zahlen verkaufen sich gut. Aber generische Bit-Sets setzen oft eher auf Masse als auf eine sinnvolle Auswahl. Der Megalodon dagegen konzentriert sich auf das, was man tatsächlich braucht. Die Auswahl basiert auf unserer jahrzehntelangen Reparaturerfahrung und tausenden Anleitungen aus unserer Community.

Handverlesen für Reparaturen zu Hause, Möbelaufbau, Arbeiten am Auto und allgemeines Do-It-Yourself (DIY): Kreuzschlitz 0, 1 und 2; Schlitz 6 mm; TR10, TR15, TR20 und TR25; Innensechskant 4, 5 und 6 mm sowie 1/8″; Vierkant 1 und 2; dazu ein 5/16″-Mutternhalter und ein 1/4″-Steckschlüsseladapter.

Animierte Grafik, die die gedruckte Beschriftung auf den extralangen Bits des Megalodon zeigt.

Und dann ist da noch die Länge. Gerade bei Haushaltsgeräten sitzen Schrauben oft tief versenkt. Standard-Bits mit 25 mm Länge stoßen dort schnell an ihre Grenzen. Sobald eine Schraube tief in einem Schraubkanal sitzt oder hinter Kunststoffabdeckungen verschwindet, kommt der Schraubendrehergriff früher ans Gehäuse als der Bit an die Schraube. Die 50 mm langen Bits des Megalodon kommen genau dahin, wo andere Schraubendreher aufgeben müssen.

Und noch was…

Es gibt da noch ein Detail, das überraschend viel Entwicklungszeit verschlungen hat: die neue Beschriftung unserer Bits.

Unsere Werkzeuge sollen möglichst lange halten, und das gilt auch für die Beschriftung. Bei unseren Schaumstoff-Bithaltern war Lasergravur deshalb lange die einzige Lösung, die dauerhaft funktionierte. Alles andere (und ja, wir haben Einiges ausprobiert) rieb sich früher oder später ab und war am Ende kaum hilfreicher als schwarze Schrift auf schwarzem Untergrund. Bis jetzt.

Laut Brett hat „die Beschriftung allein wahrscheinlich genauso viel Arbeitszeit verschlungen wie das ganze restliche Kit“.

Schaumstoff-Bedruckung ist heute deutlich ausgereifter als noch zu unseren Anfangszeiten. Dennoch brauchte es einiges an Hartnäckigkeit, um hier eine echte Verbesserung zu erzielen. Unzählige Drucktests, Materialtests und Belastungstests unter realistischen Bedingungen. Aber das Ergebnis kann sich sehen lassen: Eine robuste Beschichtung, die Öl, Schmutz und Lösungsmitteln standhält. Andrew hat hier wirklich alles getestet, was dem Werkzeugset so in einem Kofferraum oder in einer Werkstatt begegnen könnte.

Megalodon-Schaumstoff-Bithalter aufgereiht unter Haushaltslösungsmitteln für den Haltbarkeitstest der gedruckten Beschriftung.

Trotzdem rollen wir so etwas nicht einfach blind auf unser gesamtes Sortiment aus. Wir vertrauen lieber auf Daten als auf Bauchgefühl. Deshalb startet die neue Bedruckung zunächst exklusiv beim Megalodon, bevor sie später auf weitere Toolkits ausgeweitet wird.

Geöffnetes Megalodon Driver Kit mit Schraubendreher, extralangen Bits und gedruckter Bit-Beschriftung.

Für das Projekt entwickelte Andrew außerdem eigene Prüfvorrichtungen, darunter Teststände für Drehmomentmessungen und eine automatisierte Dauertest-Maschine, die den Schraubendreher „so lange belastet, bis etwas nachgibt“. Die Idee dahinter ist einfach: Wenn sich eine Beschriftung abreibt, verschmiert oder versagt, sobald echte Hände, echter Schmutz und echte Reparaturen ins Spiel kommen, dann wollen wir das wissen, bevor du uns darauf hinweisen musst.

Das Werkzeug, von dem wir immer geträumt haben

Leider scheitern viele Reparaturen schon, bevor die erste Schraube gelöst ist. Nicht am Werkzeug, sondern an fehlender Information. Versteckte Schaltpläne. Kostenpflichtige Dokumentationen. Service-Handbücher, die nie veröffentlicht werden. Vor ein paar Jahren bat uns die US-amerikanische Federal Trade Commission, die Reparierbarkeit von Haushaltsgeräten zu untersuchen. Gemeinsam mit unseren Partnern von PIRG fanden wir heraus: Nur sieben von 50 Herstellern stellen ihre Service-Handbücher öffentlich kostenfrei zur Verfügung.

Die gute Nachricht: Seitdem wurden in mehreren US-Bundesstaaten – darunter Minnesota, Oregon, Washington und Colorado – Gesetze zum Recht auf Reparatur verabschiedet, die auch Haushaltsgeräte einschließen. Das heißt aber nicht, dass das Problem damit gelöst wäre.

Der Megalodon kann keine Gesetze erlassen. Und auch keine Reparaturanleitungen herzaubern, die es gar nicht gibt. Aber er ist Teil der Lösung: Alles im eigenen Zuhause selbst reparieren zu können, sollte die Norm sein. Es sollte einfach sein. Zugänglich. Selbstverständlich. Ein modernes Zuhause verdient modernes Werkzeug. Wir bleiben dran und wir hoffen, du tust das auch.

Das Megalodon Driver Kit voraussichtlich im August in der EU und UK verfügbar. Als Nächstes planen wir ein Schraubendreher-Set mit feststehenden Klingen im selben Format, ebenfalls mit der arretierbaren Drehkappe. Halt schon mal einen Platz auf deiner Werkbank warm!