Teardown iPhone 18 Pro und Pro Max: Blende auf, Reparatur zu
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Teardown iPhone 18 Pro und Pro Max: Blende auf, Reparatur zu

Die kleine mechanische Pupille des iPhone 18 Pro hat es uns angetan. Jede Menge bewegliche Teile? Da muss die nagelneue Kamera natürlich sofort unters Mikroskop.

Womit wir nicht gerechnet hatten: Bei drei von vier geöffneten Geräten ist der Kunststoffrahmen des Displays gerissen. Dazu gleich mehr.

Im iPhone 18 Pro und Pro Max steckt einiges, das uns begeistert: die raffinierte variable Blende, eine verschraubte Akkuhalterung und ein deutlich größeres Kühlsystem. Es gibt aber auch Kompromisse, die Reparaturen schwerer machen als nötig. Fangen wir mit der Kamera an: Was bringt dir der neue Mechanismus? Und wie aufwendig und teuer wird es, wenn auch nur eine einzige winzige Lamelle klemmt?

Vollbildansicht, Das komplette Layout des iPhone 18 Pro

Willkommen im Aperture Science Reparaturlabor

Seine Keynote im Hollywood-Stil hat Apple komplett mit dem iPhone 18 Pro gedreht – und die Hauptkamera entsprechend groß in Szene gesetzt.

Lohnt sich ein Upgrade wegen der variablen Blende? Eher nicht. Wenn dir eine verstellbare Blende wirklich wichtig ist, hast du vermutlich längst eine echte Kamera, die das besser kann. Und wenn du schon ein halbwegs aktuelles iPhone hast, wirst du bei der Bildqualität kaum einen Unterschied sehen. Wir predigen es jedes Jahr, und dieses Jahr erst recht: Spar dir das Upgrade. Das nachhaltigste Smartphone hast du schon in deiner Tasche.

Aber mal ehrlich: Als wir von der variablen Blende gehört haben, haben unsere Spudger vor Vorfreude getanzt.

Trotzdem – wisst ihr, als wir hörten, dass das iPhone 18 Pro und Pro Max eine Hauptkamera mit einem Objektiv mit variabler Blende haben, fingen unsere Spudger schon vor Vorfreude an zu tanzen.

Also ran ans Werk: Handy zerlegt, Hauptkamera raus, und dann hieß es: erhitzen, hebeln, erhitzen, hebeln. So lange, bis die Objektivabdeckung nachgab und uns die Blendenlamellen quer durch den Teardown-Raum flogen. Voilà: das erste iPhone, das zwinkern kann.

Kamera mit variabler Blende, zerlegt
Sechs winzige Blendenlamellen. Die wieder einsetzen? Lieber nicht.

Erfunden hat Apple die variable Blende natürlich nicht. In fast jedem optischen System, das größer ist als eine Handykamera, gehört sie zur Grundausstattung. Schon 1858 ließen sich zwei Herren namens Harrison und Schnitzer eine Irisblende mit überlappenden Lamellen patentieren – im selben Jahr, in dem John Mason die Einmachgläser patentierte, die heute noch in Omas Speisekammer stehen. Selbst im Smartphone ist sie keine Premiere: Nokia hatte sie 2009 im N86, Samsung 2018 im Galaxy S9, und auch neuere Modelle von Huawei und Xiaomi setzen darauf. Apple ist also ein bisschen spät dran.

Der Vorteil: Wir wissen schon, wo solche Mechanismen schwächeln. Aus der Galaxy-Community gibt es Berichte über klemmende Blenden. Und wer Kameras repariert, kennt den Ärger mit Öl, das auf die Lamellen kriecht. Faustregel: Je mehr bewegliche Teile, desto mehr kann kaputtgehen. Zum Scheitern verurteilt ist das neue iPhone deshalb nicht. Umso wichtiger ist aber, wie leicht sich die Kamera tauschen lässt.

Ganz Apple-typisch steckt in der Blende jede Menge kluge Technik und durchdachtes Design. Das ist Präzisionsmechanik vom Feinsten – in dieser Größe geht es auch gar nicht anders. Sechs winzige, überlappende Lamellen aus „Polymer-Verbundstoff“ passen in ein Kameramodul, das nicht mehr Platz braucht als im Vorjahr. Gemeinsam regeln sie, wie viel Licht ins Objektiv fällt.

Angetrieben wird das Ganze per Magnet. Halten wir einen Magneten in die Nähe, öffnet und schließt sich die Blende – selbst dann, wenn die Bauteile drumherum schon ausgebaut sind. Dank Form und Bewegung der Lamellen bleibt die Öffnung fast perfekt rund. Kleine Unregelmäßigkeiten können allerdings deutliche Blendensterne erzeugen. Je mehr Lamellen, desto runder der Kreis. Apple hat sich für sechs entschieden. Mehr wären hier wohl übertrieben.

Betätigung der variablen Blende mit einem Magneten
Wie lang geht dieses Video eigentlich? Ich schau schon seit einer Stunde gebannt zu.

Die Größenverhältnisse sind absurd. Jede Lamelle ist ungefähr so dünn wie ein menschliches Haar – unter unserem Mikroskop Evident DSX2000 siehst du beide direkt nebeneinander.

Blendenlamelle im Vergleich zu einem menschlichen Haar
Kannst du erkennen, welches das Haar ist und welches die Blendenlamelle aus Polymer-Verbundstoff? (Kleiner Tipp: Das Haar hat Keratinschichten.)

In den Lamellen sitzen winzige Gruppen aus Schlitzen und Löchern, in die Stifte des Antriebs greifen.

Eine Blendenklappe neben einer 2-mm-Schraube
Das ist übrigens eine 2-mm-Schraube. Der kleine Fortsatz unten rechts an der Lamelle, der das Objektiv abdeckt, ist nur gut einen Millimeter lang.

Alle sechs Lamellen müssen aneinander vorbeigleiten, ohne hängen zu bleiben. Jede dreht sich um das äußere runde Loch, gleitet mit dem mittleren Schlitz an einem Stift entlang und rastet mit der Kerbe am Rand wieder ein. Für eine verbogene Lamelle oder ein Staubkorn an der falschen Stelle bleibt da kaum Luft.

Manuelle Betätigung der variablen Blende
Nachdem uns die Iris um die Ohren geflogen war, haben wir immerhin eine Lamelle zurück an ihren Platz bekommen und den Mechanismus von Hand bewegt.

Und jetzt die entscheidende Frage: Lässt sich das reparieren? Du ahnst es schon. Auf diesem Planeten gibt es nur eine Handvoll Reparaturbegeisterte mit den Werkzeugen, der Technik und dem Know-how, diesen Mechanismus so zu zerlegen, dass er danach wieder zusammengeht. Die Toleranzen sind eng, der Kleber ist zäh. „Unmöglich“ sagen wir nur ungern. Aber viel fehlt nicht.

Im Klartext: Ist die Hauptkamera beschädigt, musst du wahrscheinlich das komplette Kameramodul tauschen. Und das wird teuer. Neu ist das nicht – Kameras sind seit Langem geschlossene Module, die niemand im Detail reparieren soll, und damit haben wir uns abgefunden. Die variable Blende bringt aber zusätzliche Fehlerquellen und höhere Bauteilkosten mit. Ersatzteile bietet Apple dafür noch nicht an. Zum Vergleich: Das Kameramodul des 17 Pro kostet 299 Euro, und mit der variablen Blende wird es bestimmt nicht billiger.

Die gute Nachricht: Das Kameramodul ist modular aufgebaut und gut erreichbar. Abgesehen vom Display (schon neugierig?) ist der Tausch der Hauptkamera beim 18 Pro und Pro Max ein Kinderspiel.

Wozu braucht ein Smartphone eine verstellbare Blende?

Nein, wirklich: Das ist keine rhetorische Frage. Samsung hat es ausprobiert und wieder aufgegeben. Die Begründung: „begrenzter funktionaler Nutzen bei Smartphone-Kameras“. Wir sehen das im Grunde genauso.

Viele Testberichte loben, dass du mit der Blende die Schärfentiefe besser steuern kannst – also wie viel vor und hinter dem Fokuspunkt noch scharf aussieht. Da sind wir skeptisch. Bei einem so kleinen Sensor und einer so kurzen Brennweite dürfte die Blende am unscharfen Hintergrund kaum etwas ändern.

Der Bildsensor im iPhone misst knapp einen halben Zoll in der Diagonale, die Brennweite beträgt gerade mal 6,8 mm.

Der Hauptkamerasensor unter dem Mikroskop

In der Kamera-App des iPhone 18 Pro und Pro Max gibt es vier feste Blendenstufen: ƒ/1,48, ƒ/1,8, ƒ/2,8 und ƒ/4,0, von der größten zur kleinsten Öffnung. Mit Apps von Drittanbietern dürfte sich die Blende auch stufenlos einstellen lassen.

ƒ/1,48 ist die größte Blendenöffnung, die es je in einem iPhone gab – eine halbe Blendenstufe mehr als beim 17 Pro und auch ein Hauch mehr als die ƒ/1,5 des 13 Pro. Aber Vorsicht: Die Blendenzahl ist ein Verhältnis, nämlich Brennweite geteilt durch den Durchmesser der sichtbaren Öffnung. Wie groß die Öffnung tatsächlich ist, verrät sie nicht.

Bei der Hauptkamera des iPhone 18 Pro und Pro Max bedeutet ƒ/1,48 eine Öffnung von 4,6 mm. Fürs iPhone ist das viel, für richtige Fotoausrüstung wenig. Entsprechend gering fällt die maximale Hintergrundunschärfe aus. Zum Vergleich: An meiner Spiegelreflexkamera mit 50-mm-Objektiv ist die Öffnung bei ƒ/1,48 satte 33,8 mm groß.

In beiden Fällen landet bei ƒ/1,48 etwa 7,3-mal so viel Licht auf dem Sensor wie bei ƒ/4,0. Trotzdem ist die iPhone-Blende bei voller Öffnung 29,2 mm kleiner als die meiner Spiegelreflex bei derselben Blendenzahl. Selbst ganz offen bleibt der Hintergrund beim iPhone also ziemlich scharf. Die großen, cremigen Bokeh-Kreise, an die alle bei „offener Blende“ denken, kannst du hier vergessen.

Hier siehst du vier Fotos vom iPhone 18 Pro, scharfgestellt auf die Kamera im Vordergrund. Von links nach rechts öffnet sich die Blende immer weiter: ƒ/4,0, ƒ/2,8, ƒ/1,8 und ƒ/1,48. Ja, einen Unterschied gibt es. Aber selbst bei größter Öffnung kannst du das iFixit-Logo im Hintergrund und die Werkzeugsets an der Wand noch gut erkennen.

Abblenden macht das Bild etwas schärfer. Unterm Strich bringt die variable Blende im Moment aber vor allem eins: viele winzige Schwachstellen für wenig Nutzen. Vielleicht denkt Apple ja schon weiter? Mit größerem Objektiv und größerem Sensor könnte eine Blendensteuerung sinnvoller werden. Vielleicht ist es aber auch nur ein Marketing-Gag. Oder ein neues Feature, damit wir alle etwas zum Auseinandernehmen haben – dann: touché, John Apple.

Akku des iPhone 18 Pro
Der Akku des iPhone 18 Pro (eSIM), frisch aus seiner Halterung gelöst. Die Halterung ist verschraubt, die Zelle hält nach wie vor elektrisch lösbarer Kleber. Schau mal, wie sauber der sich gelöst hat!

Akku top, Zugang flop

Trotz des neuen Kameramechanismus werden Reparaturbetriebe weit häufiger Akkus tauschen als Kameras reparieren.

Ein Akkutausch sollte Routine sein. Enttäuscht sind wir trotzdem, überrascht leider nicht: Auch das iPhone 18 Pro und Pro Max lassen sich nur von vorne öffnen – genau wie das Vorjahresmodell. Die Glasrückseite geht zwar leicht ab, dahinter wartet aber nichts, was sich tauschen ließe. Einzige Ausnahme ist die Spule fürs kabellose Laden, und die sitzt direkt in der Rückseite. Um an den Akku zu kommen, musst du also das verklebte Display öffnen. Und genau da ging es bei drei von vier Teardowns schief.

Der weiße Displayrahmen ist abgesplittert und hat Risse
Total kaputt. Das lässt sich nicht mehr kitten.

Die Displays selbst haben das Öffnen überlebt und funktionieren noch. Der weiße Kunststoffrahmen drumherum hatte weniger Glück: Bei drei von vier Versuchen ist er gerissen oder hat sich gelöst. Und dieser Rahmen gehört fest zur Displayeinheit. Neuer Kleber am Rand macht gebrochenen Kunststoff nicht wieder heil. Ob ein beschädigter Rahmen danach bündig sitzt und richtig abdichtet? Darauf würden wir uns nicht verlassen.

Ein Gerät haben wir unversehrt aufbekommen, und in anderen Teardowns ist der Rahmen ebenfalls heil geblieben. Vier Handys reichen nicht, um eine Ausfallquote abzuleiten. Die Stärke des Klebers, die Wärme, die Technik oder Unterschiede im Kunststoff – all das könnte eine Rolle spielen.

Den Kunststoffrahmen gibt es schon seit dem 15 Pro. So viel Ärger wie dieses Jahr hat er uns aber noch nie gemacht. Zieht die bessere Kühlung vielleicht zu viel Wärme von der Klebenaht ab, sodass der Kleber nicht richtig weich wird? Das Display, das sich sauber lösen ließ, haben wir 15 Minuten bei 70 °C und dann noch einmal 10 Minuten bei 72 °C erhitzt. Ganz schön viel Hitze! Mit Isopropylalkohol klappt das Ablösen vielleicht zuverlässiger. Genaueres können wir aber erst nach weiteren Tests sagen.

Ist das Display erst mal ab, wird es erfreulich: Die neuen Modelle haben unser Lieblingsfeature vom Vorjahr geerbt – eine verschraubte Akkuhalterung aus Metall. Halterung und Akku kommen zusammen raus, und mit Akkukleber musst du dich gar nicht erst herumschlagen. Dreizehn Schrauben? Nehmen wir gern in Kauf.

Die Zelle selbst klebt allerdings nach wie vor in der Halterung. Wenn du die beiden unbedingt trennen willst: Der elektrisch lösbare Kleber macht das wunderbar mit. Etwa 90 Sekunden bei 12 Volt mit FixHub und unserem VoltClip – und der Akku lässt sich sauber abheben. Tauschst du die komplette Einheit aus Akku und Halterung, kannst du dir diesen Schritt sparen.

Auf dem Akku unseres iPhone 18 Pro mit eSIM stehen 16,76 Wh (4288 mAh), auf dem des Pro Max 21,751 Wh (5567 mAh). Modelle mit physischer SIM-Karte haben kleinere Akkus. Egal wie groß der Akku ist: Die verschraubte Halterung ist ein Gewinn für die Reparierbarkeit – solange aus dem Akkutausch beim Öffnen nicht gleich ein Displaytausch wird. Dass es dieses Risiko überhaupt gibt, ärgert uns gewaltig.

Bessere Kühlung, schwierigerer Zugang zum Speicher

Linke Seite des Logic Boards im iPhone 18 Pro, mit sichtbarem SoC

Die Akkuhalterung kennen wir schon, das Layout des Logic Boards ist dagegen neu. Der A20 Pro sitzt jetzt außen auf dem Platinen-Sandwich. Sein Vorgänger, der A19 Pro, steckte noch innen, mit dem RAM obendrauf. Jetzt liegt auch der Arbeitsspeicher neben dem Prozessor. So findet die Wärme einen direkteren Weg vom heißen Chip zur Kühlung. Apple beschreibt die neue Anordnung als Teil des überarbeiteten Kühlkonzepts. Und ganz nebenbei rücken die Chips der A-Serie damit näher an die M-Serie heran.

Wärmeleitmaterial, schwammartig und grau
Ein Kettenhemd für die Wärme: Die Auflage auf dem A20 Pro sorgt für gleichmäßigen Kontakt zur Kühlung.

Der Chip liegt direkt an der neuen, verbesserten Dampfkammer an. Dazwischen sitzt ein schwammartiges Pad.

Wärmeleitmaterial gibt es in vielen Varianten. Hier füllt ein anschmiegsames Material den Spalt und leitet die Wärme gleichmäßig vom A20 Pro ab.

Die Dampfkammer verteilt die Wärme dann auf eine viel größere Fläche. Das Prinzip: In einer geschlossenen Kammer verdampft eine Flüssigkeit an der heißen Stelle. Der Dampf wandert zu kühleren Flächen, kondensiert dort und gibt dabei Wärme ab. Eine Dochtstruktur saugt die Flüssigkeit per Kapillarwirkung zurück – und das Spiel beginnt von vorn.

Dieses Jahr zieht sich die Dampfkammer über einen Großteil des Gehäuses. Laut Apple ist ihre Fläche dreimal so groß wie zuvor. Zusammen mit dem Unibody-Gehäuse, das weiterhin aus Aluminium besteht, sorgt die üppige Dampfkammer für eine wirklich beeindruckende Kühlung.

Links die Dampfkammer bzw. die Akkuhalterung des iPhone 18 Pro, rechts die des iPhone Pro Max.

Weil der SoC jetzt außen sitzt, bleibt das Handy noch ein bisschen cooler. An anderer Stelle hat das aber einen Haken für Reparaturen: Der NAND-Speicher ist ins Innere des Platinen-Sandwichs gewandert. Wer an diese Chips heranmuss, kommt ums Trennen der Platinenlagen nicht herum. Das heißt: mehr Hitze, mehr Arbeit und ein zusätzliches Risiko, etwas zu beschädigen bevor der eigentliche Fehler überhaupt behoben ist.

Rechte Seite des Logic Boards, mit dem NAND-Speicher

Das hat auch Folgen für die Datenrettung. Wer darauf spezialisiert ist, päppelt ein korrodiertes Logic Board normalerweise so lange auf, bis es wieder bootet und sich ein Backup ziehen lässt. Weil iPhones ihre Daten verschlüsseln, lässt sich der NAND-Speicher nicht einfach auf eine andere Platine verpflanzen. Muss doch jemand an den Original-NAND heran, wird es jetzt deutlich aufwendiger.

Die Logic Boards von iPhone 18 Pro und Pro Max im Vergleich
Links das Logic Board des iPhone 18 Pro, rechts das vom Max.

Spannendes Detail: Alle Versionen des 18 Pro und Pro Max haben Apples neue C2-Chips an Bord – nur das US-Modell des 18 Pro Max nicht. Dort steckt weiterhin ein etwas stromhungrigerer Mobilfunkchip von Qualcomm. Bleibt die Frage: Warum verbaut Apple überhaupt noch Qualcomm-Chips?

Die Logic Boards von Pro (links) und Pro Max (rechts), aufgetrennt und entkapselt. Vielleicht die Abschiedsvorstellung des Qualcomm-Logos auf einem iPhone-Modem.

Nötig hat Apple sie jedenfalls nicht. Vor einigen Jahren hat das Unternehmen aber offenbar einen Streit mit Qualcomm beigelegt und zugesagt, bis einschließlich 2026 zumindest in einigen iPhones deren Chips zu verbauen. Da dieser Chip etwas mehr Strom zieht als der C2, landet er logischerweise nur im US-Modell des 18 Pro Max – das dank eSIM den größten Akku im diesjährigen Line-up hat. Im Alltag wirst du kaum einen Unterschied merken. Und vermutlich ist es das letzte Apple-Gerät mit einem Qualcomm-Chip.

Links der Akku des iPhone 18 Pro, rechts der des Pro Max.

Face ID sitzt jetzt unter dem Display

Die Infrarotkamera ist unter das Display gewandert, in Richtung linke obere Ecke. Frontkamera und Infrarot-Punktprojektor bleiben in der Aussparung in der Mitte. Ein Bauteil weniger im Weg – und die Dynamic Island muss weniger Hardware verstecken.

Mit bloßem Auge siehst du die Stelle kaum: nur einen etwas dunkleren Kreis aus Pixeln, direkt links neben der Uhrzeit oben im Display.

Display eines iPhone 18 Pro mit geöffneter Notizen-App. Die Notiz lautet: „iPhone-Teardown heute"
In echt ist die Stelle noch unauffälliger. Wir haben so lange fotografiert, bis sie auf einem Bild überhaupt auffiel.

Unter dem Mikroskop wird der Unterschied deutlicher. 

Das Pixelraster über der Face-ID-Kamera unter dem Mikroskop

Zoomen wir weiter hinein, lüftet sich das Geheimnis: Über der Infrarotkamera fehlt jede zweite Pixelreihe. Zum Rand hin läuft das Muster sanft aus. Deshalb fällt die Stelle mit bloßem Auge viel weniger auf als unter Vergrößerung.

Der Übergang im Pixelmuster über der Face-ID-Kamera
Über der Infrarotkamera lassen Lücken im Pixelmuster Licht durch. Weiter rechts wird das Muster wieder dichter.

Genauso hat Samsung beim Z Fold4, 5 und 6 eine Kamera unters Display gepackt. Das darüberliegende Pixelraster hat die Bilder allerdings verzerrt – ein Problem, das Samsung mit KI-gestützter Bildrekonstruktion in den Griff bekommen wollte.

Apple schickt dagegen nur die Infrarotkamera durch diesen optischen Hindernisparcours, die Selfiekamera behält freie Sicht. Face ID ist zwar auf ein verwertbares Signal angewiesen, muss aber kein Farbfoto liefern, das du dir einrahmen willst.

Unter dem OLED entdecken wir außerdem etwas, das nach einem Infrarot-Passfilter aussieht. Sein Rand erzeugt unter dem Mikroskop einen spektakulären Sonnenfinsternis-Effekt – daraus haben wir dir ein paar schöne Hintergrundbilder gemacht.

Die Frontkameraeinheit lässt sich ohne Schrauben und ohne Kleber abstecken und herausheben. Nach dem Kampf mit dem Display eine echte Wohltat.

Für den USB-C-Anschluss gibt es deutlich weniger Applaus. Sein langes Flachbandkabel läuft an der Seite des Handys entlang bis zum Logic Board, und unterwegs versperren Schrauben, Kleber und andere Bauteile den Weg. Der Anschluss ist zwar ein eigenes Ersatzteil, der Ausbau bleibt aber eine Plackerei. Beim iPhone 16 Pro war der Anschluss viel besser zugänglich. Dem trauern wir immer noch hinterher.

Hier kannst du ihn dir in seiner Einbaulage ansehen – dank unseres CT-Scanners Lumafield Neptune:

Reparierbarkeit: vorläufig 7 von 10 – mit offenen Fragen

Und was heißt das alles für die Reparierbarkeit?

Die Akkuhalterung und die ausbaubaren Kameramodule bringen echte Pluspunkte. Das gilt ebenso für Apples Reparaturunterstützung – auch wenn der Reparaturassistent die Kalibrierung für unterstützte Ersatzteile erst noch abschließen muss. Unsere Tests zur Ersatzteilverfügbarkeit und zur softwareseitigen Kopplung laufen noch.

Damit bekommen iPhone 18 Pro und iPhone 18 Pro Max im Reparierbarkeits-Index vorläufig 7 von 10 Punkten.

Punktabzug gibt es, weil fast jede Reparatur übers Display führt. Das kostet Zeit und birgt das Risiko, das Display zu beschädigen. Die kaputten Displayrahmen haben die Bewertung aber noch nicht ganz in den Keller geschickt. Denn wir wissen nicht, was die Schäden verursacht, wie häufig sie auftreten und ob sie sich reproduzieren lassen. Das ist unsere größte offene Frage zur Reparatur.

Falls du eines dieser Handys öffnest: Erzähl uns, wie der Displayrahmen das überstanden hat. Ein verschraubter Akku ist ein Grund zum Feiern. Aber wir würden gern an ihn herankommen, ohne dafür das Display zu opfern.

Und das war noch nicht alles: Bleib dran … unser Teardown-Tisch kühlt so schnell nicht ab.

Zu guter Letzt gibt’s hier noch eine ganze Reihe von Hintergrundbildern für dich.

Hintergrundbilder für das iPhone 18 Pro

Hintergrundbilder für das iPhone 18 Pro Max