Es erscheint logisch, zu erwarten, dass sich beim Einschalten deines Steam Decks deine Steam-Bibliothek lädt. Oder vielleicht das Spiel, das du zuletzt gespielt hast. Aber was, wenn du stattdessen mit einer Fehlermeldung konfrontiert wirst oder es keinerlei Anzeichen dafür gibt, dass dein Deck überhaupt startet? Das kann viele Ursachen haben, aber
Erste Schritte
Bevor du dich an die zeitaufwendigeren Lösungsansätze unten machst, findest du hier ein paar grundlegende Dinge, mit denen du beginnen solltest:
- Versuche einen erzwungenen Neustart. Vielleicht war es nur ein einmaliger Fehler. Solche sporadischen Fehler kommen vor. Halte die Einschalttaste zehn Sekunden lang gedrückt. Das Gerät sollte neu starten, idealerweise bis zum SteamOS-Logo.
- Gönne deinem Deck eine Pause, indem du einen Power-Reset durchführst (Ausschalten, vom Strom trennen, einige Minuten warten, dann das Stromkabel wieder anschließen oder erneut einschalten).
- Trenne alle angeschlossenen Hardware/Peripheriegeräte. Diese können Probleme wie Einfrieren oder Abstürze verursachen, die wie ein Startfehler aussehen.
- Docks sind dabei besonders problematisch. Wenn sich die Leistung nach dem Trennen verbessert, wechsle zur Steam-Deck-Abstürze-Seite für detailliertere Lösungsansätze.
- Stelle sicher, dass dein Deck tatsächlich eingeschaltet wird. Hörst du irgendwelche Geräusche, siehst du eine Hintergrundbeleuchtung auf dem Bildschirm oder läuft der Lüfter? Wenn du alle diese Fragen mit Nein beantwortest, wird dein Steam Deck vermutlich gar nicht eingeschaltet und scheitert nicht am Startvorgang.
Beschädigte Boot-Partition
Wenn du dein Steam Deck (oder ein anderes computerbasiertes Gerät) einschaltest, laufen eine ganze Reihe von Vorgängen ab, bevor überhaupt angezeigt wird, dass es startet. Dazu gehört unter anderem das Prüfen einer kleinen Partition auf der SSD, in der gespeichert ist, welches Betriebssystem gestartet werden soll und wo es sich befindet. Sind diese Informationen beschädigt, kann es so wirken, als wäre kein Boot-Medium vorhanden.
Das könnte dein Problem sein, wenn beim Einschalten die Fehlermeldung „Default Boot Device Missing or Boot Failed“ erscheint.
- Versuche, die Boot-Datei manuell über das Boot-Menü auszuwählen.
- Schalte dein Steam Deck aus und halte dann Lauter (Volume Up) und Power gleichzeitig gedrückt. Dadurch gelangst du ins Boot-Menü.
- Wähle dort Boot From File. Dadurch öffnet sich ein Datei-Explorer-Fenster.
- Wähle im Datei-Explorer die erste .esp-Datei in der Liste aus.
- Klicke auf die EFI-Partition und öffne den SteamOS-Ordner.
- Wähle die .efi-Datei in diesem Ordner aus. Danach solltest du SteamOS wie gewohnt starten können.
- Wenn das System korrekt gestartet ist, starte neu und prüfe, ob das Boot-Gerät nun automatisch erkannt wird.
- Falls das Problem dadurch nicht behoben wird, du aber über die zuvor genannte .efi-Datei in SteamOS starten kannst, nutze die oben beschriebene Methode, um dein Deck zu booten. Ändere anschließend den SteamOS-Update-Kanal.
- Gehe zu Settings > System. Wähle im Dropdown-Menü einen anderen Kanal aus. Wechsle z. B. von Stable zu Beta oder umgekehrt.
- Dadurch wird die Boot-Partition neu aufgebaut. Starte dein Deck nach dem Wechsel neu und prüfe, ob es jetzt normal startet. Falls ja, kannst du den Update-Kanal wieder auf die vorherige Einstellung zurücksetzen.
- Wenn auch das nicht zu einem korrekten Start führt, ist die „Alles-zurücksetzen“-Methode am effektivsten. Dabei werden alle Daten auf dem Gerät gelöscht. Fahre also nicht fort, wenn sich auf deinem Deck noch Daten befinden, die du nicht verlieren möchtest. Verwende ein Wiederherstellungs-Datenträger, um das Betriebssystem neu zu installieren oder komplett neu aufzusetzen.
Konflikte im Desktop-Modus
Das Steam Deck bietet nicht nur ein konsolenähnliches Erlebnis, sondern auch einen Desktop-Modus, der wie ein vollwertiger Linux-Computer funktioniert. Der Desktop-Modus behält Funktionalität bis hin zur Terminal-Ebene. Änderungen und Experimente im Desktop-Modus können die gewünschten Anpassungen oder Funktionen ermöglichen, können aber auch zu Systeminstabilität führen.
- Die Nutzung der Kommandozeile ist bei den meisten Linux-Varianten üblich. Bereits kleine Syntaxfehler können dazu führen, dass Funktionen deines Steam Decks beeinträchtigt oder beschädigt werden. Wenn du dich nicht genau erinnerst, was du geändert hast, und nicht weißt, wie du es rückgängig machst, ist die beste Lösung, das Betriebssystem neu zu installieren oder dein Deck neu aufzusetzen.
Voller Speicher
Hast du Warnungen erhalten, dass auf deinem Gerät der Speicherplatz knapp wird? Das lässt sich leicht ignorieren, aber Computergeräte benötigen freien Speicherplatz, um korrekt zu funktionieren. Stell dir das wie eine Sockenschublade vor. Du kannst immer mehr Socken hineinstopfen, aber irgendwann geht die Schublade nicht mehr zu. Dein Steam Deck könnte sich genau in diesem – „funktioniert nicht mehr wie vorgesehen“ – Zustand befinden.
- Versuche erneut die oben auf dieser Seite beschriebenen Schritte für einen erzwungenen Neustart. (Ruhig auch mehrmals.) Mit etwas Glück gelingt dir so ein einmaliger erfolgreicher Start, um Speicherplatz freizumachen.
- Wenn dein Deck weiterhin nicht startet, lade das Steam-Deck-Wiederherstellungs-Image auf eine microSD-Karte oder einen USB-Stick und starte davon.
- Das Recovery-Image funktioniert ähnlich wie der Desktop-Modus von SteamOS, enthält aber zusätzliche Reparaturwerkzeuge. Von dort aus solltest du auf deinen internen Speicher wie auf ein normales Laufwerk zugreifen und unnötige Dateien löschen können.
- Profi-Tipp: Überprüfe deinen Download-Ordner und leere den Papierkorb. Dort befinden sich am häufigsten entbehrliche Daten.
- Fahre das Gerät nach dem Löschen einiger Dateien herunter und versuche anschließend, normal zu starten.
- Ziehe in Betracht, deinen internen Speicher mit einem neuem SSD-Speicher auf eine höhere Speicherkapazität zu ersetzen, wenn dein interner Speicher dauerhaft voll ist. Ein ständig ausgelastetes Laufwerk kann die Leistung und Lebensdauer negativ beeinflussen.
- Falls das Problem weiterhin besteht, bleibt letztlich nur ein Zurücksetzen des Geräts, insbesondere, wenn du in letzter Zeit wiederholt Warnungen über geringen Speicherplatz erhalten hast.
Fehlerhaftes Boot-Laufwerk
Wenn das Neuaufsetzen deines Decks das Problem nicht gelöst hat, solltest du hardwarebasierte Ursachen in Betracht ziehen. Speicherprobleme können Softwareprobleme vortäuschen, weil Daten nicht korrekt gespeichert werden können. Um dies zu überprüfen, musst du in das Wiederherstellungsmedium booten.
- Sobald du dich in der Wiederherstellungsumgebung befindest, kannst du die Option „Terminal mit Reparatur-Tools“ öffnen.
- Verwende smartmontools, um detaillierte Daten über den Zustand deiner SSD zu erhalten.
- Gib in dem sich öffnenden Fenster folgenden Text ein.
$ sudo smartctl -t long -a /dev/nvme0n1- Falls du nach einem Passwort gefragt wirst, aber keins eingerichtet hast, nutze den
$ passwd -Befehl, um eines zu konfigurieren.
- Falls du nach einem Passwort gefragt wirst, aber keins eingerichtet hast, nutze den
- Dies liefert eine Pass/Fail-Bewertung sowie eine Liste von Statistiken. Wenn etwas unklar ist, siehe dir die Dokumentation von smartmontools an. Es gibt auch ein ausgezeichnetes FAQ.
- Dieses Tool liefert nicht immer ein endgültiges Ergebnis. Verlasse dich auf dein eigenes Urteilsvermögen oder frage die Community im Forum, wenn du dir bei den Resultaten unsicher bist.
- Gib in dem sich öffnenden Fenster folgenden Text ein.
- Besonders wenn dein Steam Deck einen Sturz erlitten hat oder du bereits interne Reparaturen durchgeführt hast, kann es sinnvoll sein, die SSD neu einzusetzen. Wenn die Schraube, die es fixiert, locker wird, kann das Laufwerk im Slot schief sitzen.
- Stelle sicher, dass du Ersatz-Laufwerke von vertrauenswürdigen Anbietern beziehst.
Nicht authentische SSDs mit hoher Kapazität
Ein besonders günstiges Angebot für eine SSD ist verlockend, aber es gibt wahrscheinlich einen Grund für den Preisnachlass. So kann es etwa sein, dass ein Speicher (sei es eine SSD oder microSD) deiner Konsole eine Kapazität von 512 GB meldet, aber möglicherweise gar nicht 512 GB verfügbaren Speicherplatz besitzt. Du bemerkst wahrscheinlich, dass das ein Problem sein kann.
- Angebote für solche SSDs sind weit verbreitet. Drittanbieter-Marktplätze stellen diese Produkte häufiger falsch dar, daher sollte man vorsichtig sein. Aber selbst scheinbar seriöse Angebote sollten hinterfragt werden.
- Diese Produkte nutzen hauptsächlich zwei Methoden, um die angegebene Kapazität zu erreichen.
- Sie geben vor, eine Marken-SSD zu sein, verwenden aber minderwertige (also günstigere) Flash-Speichermodule, die schneller verschleißen.
- Sie manipulieren die im Laufwerk (oder auf der Speicherkarte) hinterlegten Geräteinformationen, sodass eine größere Kapazität vorgetäuscht wird.
Zum Beispiel: Eine 128-GB-SSD wird so modifiziert, dass ihre Firmware sie als 1-TB-Laufwerk ausgibt. Dies kann auf verschiedene Weise erreicht werden, aber du wirst zwangsläufig Probleme bekommen, sobald der tatsächliche Speicherplatz erreicht ist. Oft überschreiben diese Laufwerke Daten, sobald der Speicher voll ist. Wenn wichtige Teile des Betriebssystems oder der Boot-Daten davon betroffen sind, kann die Funktionalität deines Steam Decks darunter leiden.
- H2testw ist das am häufigsten verwendete Tool, um diese Art von Betrug zu erkennen. Verbinde das verdächtige Laufwerk mit einem Computer und führe den Test aus (du benötigst eventuell einen Adapter, abhängig von deinem Computer). Es meldet Fehler, wenn Abweichungen festgestellt wurden.
Defektes Motherboard
Das Mainboard ist das Herzstück für die meisten Funktionen des Steam Decks. Einzelne kleine Bauteile auf der Platine können ausgefallen oder beschädigt sein. Ein Defekt des Mainboards ist eine naheliegende Annahme, wenn sonst nichts auf dieser Seite geholfen hat.
- Prüfe die Platine auf Anzeichen eines Schadens – verbrannte oder gerissene Bauteile, Flüssigkeitsreste, Korrosion oder Verformungen. Wenn Flüssigkeitsspuren zu erkennen sind, besteht weiterhin Hoffnung, dass dein Deck gerettet werden kann.
- Das Mainboard austauschen ist oft die praktikabelste Lösung für Bastler, deren Platine ausgefallen ist.
- Stelle sicher, dass dein Gerät nicht mehr unter Garantie steht. Kontaktiere bei Bedarf den Valve-Support. Mainboarddefekte innerhalb des ersten Jahres ohne Unfall sind selten und sollten abgedeckt sein.
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