Alle elektronischen Geräte erzeugen Wärme. Das ist eine wissenschaftliche Tatsache. Wenn sie jedoch heißer als normal werden, das Gerät unangenehm anzufassen ist oder eine thermische Warnung auf dem Bildschirm erscheint, könnte dies ein Grund zur Sorge sein. Mit etwas Glück sorgt die Vorgehensweise auf dieser Seite dafür, dass dein Laptop wieder kühl läuft.
Grundlagen
Bevor du eine der zeitaufwendigeren Lösungen weiter unten in Angriff nimmst, sind hier ein paar Grundlagen für den Start.
- Wechsle an einen kühleren Ort. Die Nutzung von Elektronik in der prallen Sonne an einem heißen Tag ist ohnehin eine Herausforderung. Wenn dein Laptop in der Sonne stand, bringe ihn in den Schatten, gib ihm etwas Zeit zum Abkühlen und prüfe, ob das hilft.
- Lädt dein Gerät gerade? Es ist normal, dass dein Lenovo Laptop beim Laden wärmer als gewöhnlich wird. Besonders, wenn du ihn gleichzeitig benutzt.
- Starte deinen Laptop neu, um kleinere Fehler zu beheben. Möglicherweise hängt etwas fest, verbraucht viele Systemressourcen und erzeugt unnötige Wärme.
- Entferne alle Zubehörteile und Peripheriegeräte. Eine Tasche oder Hülle kann Wärme stark isolieren, wenn dein Gerät bereits warm ist. Manche Hüllen können sogar die Lüftungsschlitze blockieren und heiße Luft im Inneren stauen. Andere Peripheriegeräte verursachen möglicherweise einen hohen Stromverbrauch.
- Überprüfe die Temperaturen, die deine Hardware tatsächlich erreicht. Verwende Open Hardware Monitor oder eine andere Software zur Temperaturüberwachung.
Hohe Systembelastung
Je härter dein Laptop arbeitet, desto mehr Wärme erzeugt er. Nur weil dein Gerät wärmer als normal wird, bedeutet das nicht, dass es überhitzt oder gefährlich heiß ist. Du kannst ein paar Dinge überprüfen, um dies zu verifizieren.
- Öffne den Task-Manager, indem du Strg, Alt und Esc drückst. Möglicherweise musst du auf „Mehr Details“ klicken, um eine vollständige Übersicht der laufenden Aktivitäten zu erhalten. Prüfe, ob Prozesse einen hohen Prozentsatz deiner CPU beanspruchen.
- Schließe das entsprechende Programm, wenn es ein Prozess ist, den du als geöffnete Anwendung erkennst. Du kannst das Beenden erzwingen, indem du mit der rechten Maustaste im Task-Manager darauf klickst und „Task beenden“ wählst.
- Wenn du die Systemressourcen voll auslastest, arbeitet dein System möglicherweise auch langsamer. Höhere Temperaturen führen zu niedrigeren CPU-Taktraten, um eine thermische Überlastung zu verhindern.
Verstaubtes Innenleben oder blockierte Lüftungsschlitze
Wenn die Temperaturen unabhängig von deiner Tätigkeit hoch sind, liegt das Problem möglicherweise an einer mangelhaften Luftzirkulation. Wärmere Luft wird normalerweise über spezielle Lüftungsschlitze nach außen geblasen. Diese können sich an vielen Stellen befinden, liegen aber meist im Scharnierbereich.
- Wenn die Temperaturen hoch sind, obwohl kaum etwas läuft, ist es Zeit für eine routinemäßige Wartung. Am besten öffnest du dazu das Gerät.
- Wirf einen Blick auf den Auslass. Es ist normalerweise offensichtlich, wenn sich hier viel Schmutz angesammelt hat. Suche nach Staub, der sich in den Kühlkörperlamellen verfangen hat oder Bereiche verstopft, in denen Luft fließen sollte.
- Verwende Druckluft, um so viel Staub wie möglich zu entfernen. Baue die Lüfter aus und reinige sie separat, um die beste Wirkung zu erzielen.
Softwarebeschädigung oder Bugs
Die Verwaltung der Informationen auf deinem Laptop ist harte Arbeit. Daten werden ständig geschrieben, überschrieben, abgerufen oder gelöscht. Oft können sich nach einem Update oder einem Stromausfall Datensätze unbeabsichtigt ändern. Diese Änderungen können die Systemleistung beeinträchtigen.
- Installiere ausstehende Windows-Updates. Wenn dein System hoffnungslos veraltet ist oder dauerhaft Fehler aufweist, könnten wiederholte Verarbeitungsversuche die Ursache sein.
- Wenn Windows auf dem neuesten Stand ist, führe eine Systemdateiprüfung durch.
- Klicke mit der rechten Maustaste auf das Startmenü (oder drücke Strg + X). Wähle „Eingabeaufforderung“ (oder Powershell) als Administrator.
- Gib im erscheinenden Fenster
sfc /scannowein und drücke die Eingabetaste. Sobald der Vorgang abgeschlossen ist, erfährst du, ob Fehler gefunden wurden und ob diese behoben werden konnten. - Starte dein System neu und führe den Befehl erneut aus, um sicherzustellen, dass keine weiteren Schäden gefunden werden.
- Wenn du keine Angst um deine Daten hast, kannst du den „Alles plattmachen“-Ansatz versuchen und Windows neu installieren. Das mag bei Überhitzungsproblemen extrem sein, würde aber Software als Ursache ausschließen, falls du dich dazu entscheidest.
- Die Optionen zum Zurücksetzen von Windows 10 findest du unter Einstellungen > Update und Sicherheit > Wiederherstellung.
- Bei hartnäckigen Problemen erstelle ein USB-Installationsmedium und verwende dieses für die Installation.
Lüfterdefekt
Mangelnde Luftbewegung im Inneren eines Computers kann das Todesurteil bei Hitzeproblemen sein. Die Luftzirkulation ist essenziell für die Wärmeabfuhr.
- Achte auf Anzeichen für die Funktion des Lüfters. Macht er Geräusche? Wenn ja, sind diese normal?
- Wenn er klickt, mahlt oder generell ungewohnte Geräusche macht, obwohl er frei von Schmutz ist, ist es am besten, den Lüfter auszutauschen.
Schlechte CPU-Kühlung
Die Wärme im Laptop wird über eine Kupferplatte, die an einem Mechanismus zur Wärmeverteilung montiert ist, von der CPU weggeleitet. Ein Versagen dieses Mechanismus könnte dazu führen, dass die CPU überhitzt.
- Stelle sicher, dass der Kühlkörper fest auf der CPU sitzt. Er sollte fest mit Schrauben in den Ecken montiert sein.
- Entferne den Kühlkörper und trage neue Wärmeleitpaste auf deine CPU auf. Dies kann die Wärmeübertragung zum Kühlkörper optimieren und die Betriebstemperatur senken.
- In seltenen Fällen muss dein Kühlkörper ersetzt werden. Sie gehen nicht oft kaputt, aber wenn doch, gibt es meist sichtbare Anzeichen. Stelle sicher, dass die angeschlossenen Rohre keine Knicke, Knickstellen oder Löcher aufweisen.
Akkudefekt
Akkus sind tückisch. Sie gehen aufgrund ihrer Beschaffenheit als Verbrauchsmaterial häufig kaputt, aber nicht immer auf vorhersehbare Weise. Wärme wird beim Laden ohnehin erzeugt, aber ein defekter Akku könnte wärmer als erwartet sein.
- Verwende Lenovo Vantage, um deinen Akku zu testen. Es liefert Informationen über den Akkuzustand deines Laptops.
- Achte auf optische Anzeichen einer Akkuaufblähung. Dies kann sich durch Verfärbungen auf dem Display äußern (die Schwellung übt von innen Druck auf das Display aus). Das Display kann sich auch nach außen wölben oder sich vom Gehäuse lösen.
- Ersetze den Akku, wenn Anzeichen eines Defekts vorliegen – Aufblähungen, Auslaufen oder klumpige Zellen sind deutliche Hinweise darauf, dass du einen neuen Akku benötigst.
Motherboard-Defekt
Das Motherboard ist die Drehscheibe für den Großteil der Funktionen eines Laptops. Jede der kleinen Komponenten auf dem Board könnte ausgefallen oder beschädigt sein. Ein Motherboard-Defekt ist eine sichere Annahme als Ursache, wenn nichts anderes auf dieser Seite funktioniert hat.
- Prüfe auf Anzeichen eines Board-Problems – verbrannte oder rissige Komponenten, Flüssigkeitsrückstände, Korrosion oder Verbiegungen. Wenn es Anzeichen von Flüssigkeit gibt, besteht noch Hoffnung, dass dein Laptop wiederbelebt werden kann.
- Der Austausch des Motherboards ist oft die praktischste Lösung für einen Heimwerker, dessen Board ausgefallen ist.
- Eine Board-Reparatur ist möglich, erfordert aber Fähigkeiten im Mikrolöten und in der Board-Diagnostik. Es ist eine Kunst für sich, aber ein lohnendes Unterfangen. Wenn du neugierig bist und mehr darüber erfahren möchtest, wie man mit dem Mikrolöten anfängt, sind hier ein paar gute Lesetipps und ein paar gute Videotipps, um den Einstieg zu finden.
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